Neue Initiative Bildungsförderung

für eine nationale Bildungsagentur und dreistufige Studienfinanzierung

Mit Bildungsförderung gegen die Krise

Donnerstag 11. Juni 2009 von frih

In der Krise wird eifrig „gegengesteuert“. Jedoch sind nicht bloß „anti-zyklisches“ Verhalten u.dgl.m. angesagt, sondern unkonventionelle & kreative Maßnahmen, die vor allem die Grundfeste der demokratischen & solidarischen Gemeinschaft stärken sollten.

Nach dem Kollaps der Finanzmärkte und der globalen Wirtschaftskrise ist ein Systemwechsel in der Bildungsförderung das Gebot der Stunde, weil dadurch denjenigen eine Sicherheit für ihre Lebensplanung gegeben wird, die unverschuldet das Desaster der Investmentbanker und ideologisch fehlgeleiteten Politiker langfristig ertragen müssen: der jungen Generation.

Angesichts der multiplen Krisenszenarien lassen sich gleich drei Ziele mit einer direkten & verstärkten Bildungsförderung verbinden:

  1. Die Anzahl der Studenten & Auszubildenden langfristig & erheblich zu erhöhen – und damit auch den kriselnden Arbeitsmarkt vorübergehend zu entlasten.
  2. Die Leistungsbereitschaft und Motivation für eine erfolgreiche Karriere mit großzügiger Gestaltung der Bildungsförderung zu erhöhen – und damit auch gegen die aufkommende Depression im Lande zu wirken.
  3. Die Qualität der Bildungsabschlüsse & das Tempo der Ausbildung zu erhöhen -und somit zugleich dafür zu sorgen, dass genügend Hochqualifizierte für den erhofften Wirtschaftsboom nach der Krise auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden.

Wenn es auch nur annährend gelänge, die Anzahl der Studienanfänger in Deutschland (2008: 39%) auf das europäische Durchschnittsniveau (2006: 54%) anzuheben, wäre somit letztlich über eine halbe Million junger Leute weniger auf dem Arbeitsmarkt. Und je mehr junge Erwachsene sich in der Qualifizierung befinden, desto niedriger fallen die Transferleistungen des Staates auf anderen Gebieten aus. Die Neue Initiative Bildungsförderung hat bereits gezeigt (pdf-Datei), dass diese radikale Reform sogar kostenneutral realisierbar ist. Jedoch wird der zu erwartende Ansturm auf die Berufs- & Hochschulen erhebliche Mehrkosten verursachen, die mit einem weiteren „Hochschulpakt“ aufgefangen werden sollen.

Dennoch ist die alte Weisheit in der Krise wahrer als je zuvor, dass alle Bildungskosten zusammengerechnet niedriger sind als diverse Folgekosten für keine Bildung, die für die demokratische Solidargemeinschaft zu unerträglichen Belastungen werden können.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 11. Juni 2009 um 16:47 und abgelegt unter Arbeitsmarkt, Bildungskosten, Bildungspolitik, Lebensplanung, Wirtschaftskrise. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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