Neue Initiative Bildungsförderung

für eine nationale Bildungsagentur und dreistufige Studienfinanzierung

Bildungsberichte

Die in jüngster Zeit veröffentlichten Bildungsberichte, insbesondere der zweite Nationale Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2008“, und der OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick 2008“, haben die Aufmerksamkeit auf die Wegstrecke von der Schule in die berufliche Ausbildung oder Hochschule und von dort in den Arbeitsmarkt gelenkt. Hier werden meist folgende Problemlagen hervorgehoben: Ein noch zu geringer Anteil jedes Jahrganges, der die Hochschulreife erlangt und ein viel zu niedriger Anteil von Studienanfängern (36% vs. 54% im europäischen Vergleich 2006). Ferner hat der OECD-Bericht einen nur langsamen Anstieg und extrem niedrigen Anteil der erfolgreichen Hochschulabsolventen in Deutschland pro Altersjahrgang festgestellt, nämlich nur 21% gegenüber 37% im Durchschnitt der europäischen Industrieländer.

Schon länger ist kritisiert worden, dass die überwiegend ideologisch geführten Bildungsdebatten der Vergangenheit meist nur systemische Änderungen & oftmals kontraproduktive Ergebnisse im Bildungssektor zur Folge hatten. Es sind rückläufige Resultate in wichtigen Bereichen des Bildungssystems zu beklagen. So sind z.B. auffallende Defizite der grundlegenden Kulturtechniken (Lesen, Rechnen, Schreiben etc.) bei jedem fünften Jugendlichen und ein bereits zu hoher & noch wachsender Anteil von Schulabbrechern festgestellt worden.

Es ist ferner anzunehmen, dass der sich noch auftürmende Scherbenhaufen des spekulativen Finanzkapitals seine einschneidende Nachwirkung, insbesondere in den Privathaushalten mit Kindern und Auszubildenden, noch zeigen wird. Um so wichtiger für eine bildungspolitische Offensive wird es sein, die absehbaren wirtschafts-, familien- & integrationspolitischen Folgen der Finanzkrise & der allgemeinen Rezession zu berücksichtigen.